Petra Häffner und Reinhold Pix plädieren für Eckpunktepapier

„Wie bekommen wir den Artenschutz mit den wirtschaftlichen Interessen der Winzerinnen und Winzer unter einen Hut?“ – mit diesem einleitenden Satz nahm Petra Häffner ein zentrales Spannungsfeld vorneweg. Die Wengerter*innen sind nicht gut auf das Volksbegehren „Rettet die Bienen“ zu sprechen.

Gleich zu Beginn war eine gewisse Verärgerung, aber auch Verunsicherung auf Seiten der Winzer*innen zu spüren. Verärgerung deshalb, weil sich die Forderungen des Volksbegehrens hauptsächlich an die Landwirtschaft richtet, welche aktuell auch in der öffentlichen Wahrnehmung zu wenig Wertschätzung erfahre, „während beispielsweise die Autoindustrie trotz Umweltskandale hofiert werde.“, so der Winzer Werner Kuhnle aus Strümpfelbach.
Verunsicherung herrscht, da die Zukunft Weinbaus derzeit auf wackligen Beinen steht. Viele Weingüter im Remstal liegen in Schutzgebieten und stünden bei  einem erfolgreichen Volksbegehren vor dem Aus, da in ihm ein generelles Pestizidverbot für solche Gebiete vorgesehen ist. Nach aktuellem Forschungsstand kann aber nicht komplett auf ebendiese verzichtet werden.
 
Im Frühsommer kam der Vorstoß von NABU und BUND sowie weiteren Initiatoren in Form des Volksbegehrens. Auch wenn die Forderungen teils nicht ausdifferenziert genug sind, hat es der Debatte einen wichtigen Impuls verschafft.
Nun sollen weitere Maßnahmen für den Artenschutz kommen, die sowohl der Landwirtschaft als auch dem Artenschutz eine Perspektive bieten. Die grün-schwarze Landesregierung konnte sich auf ein Eckpunktepapier einigen, in welchem sich die Kernintention des Volksbegehrens widerfindet. Die Eckpunkte sind nicht verhandelbar und unter ständigem Dialog mit Bauern- und Umweltschutzverbänden ausgearbeitet worden. Die genannten Lager befinden sich derzeit weiterhin in Gesprächen, um das Eckpunktepapier dahingehend weiterzuentwickeln, dass es als Gesetzesvorliege dient.
 Die Regierung plant des Weiteren eine gezielte Förderung und Beratung bei der Umstellung auf ökologischere Anbauweisen. Hier attestierten auch die Weinbauern Verbesserungspotenzial, etwa im Hinblick auf die Weinbauschule in Weinsberg. Diese sei noch zu sehr auf den konventionellen Anbau ausgerichtet.

Armin Zimmerle bemängelte auch, dass es nicht genüge im Ländle  durch Vorschriften Pestizide zu verringern, wenn der Kunde dann im Supermarkt vollgespritztes Obst und Gemüse aus dem Ausland bezieht. Hier müsse für Wettbewerbsfairness gesorgt und heimische Produzenten geschützt werden. Außerdem waren sich die anwesenden Winzer*innen einig, dass es zu viele ökologische Anbauverbände gibt mit teils sehr unterschiedlichen Richtlinien.  Es gab aber auch die Einsicht, dass sich synthetisch-chemische Pflanzenschutzmittel wie beispielsweise Glyphosat öfters vermeiden ließen. Dennoch sei Forschung nötig, um bessere Alternativen zu schaffen.
Petra Häffner und Reinhold Pix appellierten an die Anwesenden, für das Eckpunktepapier zu werben. Petra Häffner sagte: „Sollte das Volksbegehren in einem Volksentscheid beschlossen werden, wäre dies bindend mit weitreichenden Folgen für die hiesige Landwirtschaft.“  und Reinhold Pix ergänzte: „Rettet die Bienen und die Bauern.“

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